Die „Tour de France“ von Überlebenden/Verbündeten-Beziehungen
Diese Analogie entstammt eigentlich aus dem Kopfe eines sehr guten Freundes von mir, der die Geschichte von mir und meiner Überlebenden schon seit Jahren kennt. Der Vergleich gefiel mir so gut, dass ich mal versuchen möchte ihn mit Inhalt zu füllen (auch wenn es hier und da mal haken mag ;-))
>>Der Entschluss Profi zu werden<<
Wenn man als Partner einer Überlebenden mit der ganzen Missbrauchsthematik konfrontiert wird, kommt man unweigerlich eines Tages an den Punkt sich entscheiden zu müssen, ob man den beschwerlichen Weg weiterhin beschreiten möchte und in welcher Intensität. Ich habe irgendwann erkennen müssen, dass es nicht reicht sich oberflächlich mit dem ganzen Thema auseinander zusetzen, wenn man die Beziehung zueinander in positive Bahnen lenken möchte. Man ist als Partner (Verbündeter) irgendwann auf der Suche nach Daten, Fakten und Hintergrundwissen rund um das Missbrauchsthema, um die vielschichtigen psychologischen Aspekte des Themas an sich und die nicht weniger komplizierten Zusammenhänge von Auswirkungen der Spätfolgen des sexuellen Missbrauch auf die zwischenmenschliche Beziehung begreifen zu lernen. Und dieser Lernprozess hält täglich an.
>>Das richtige Team finden<<
Um die oftmals schwierigen Phasen einer Beziehung zwischen Überlebenden und Verbündeten (Launen, Näheverlust, psychische Tiefs, Klinikaufenthalte und zeitweilige Trennungen, verbale Verletzungen etc.) auf längere Sicht ertragen und durchhalten zu können, ist es wichtig das richtige Team um sich herum zu haben. Das fängt schon bei der qualitativ hochwertigen, professionellen psychologischen Betreuung der Überlebenden (vielleicht zusätzlich auch des Partners) an, geht über einen toleranten Freundeskreis (der entsprechend Rücksicht auf die Befindlichkeiten eines solchen Paares nimmt), weiter zu Familienmitglieder und Freunde, die unterstützenden Einfluss auf die Verbesserung der Gesamtsituation ausüben können, bis hin zum Austausch mit Gleichgesinnten (anderen Verbündeten in Langzeitbeziehungen mit ihren Überlebenden). Leider können nur die wenigsten auf eine solch perfekte Konstellation zurückgreifen.
>>Das richtige Material auswählen<<
Am Anfang stand ich erst mal mit leeren Händen da. Meine Erstausstattung bestand aus meiner bis dahin unerschütterlichen Zuneigung zu meiner Überlebenden, dem Unverständnis gegenüber ihrem oftmals widersprüchlichem Verhalten, meinem festen Willen ihr und uns zu einem besseren Leben zu verhelfen und der Angst, es doch nicht schaffen zu können.
Bücherwissen, Besuch von Selbsthilfegruppen, Austausch mit Gleichgesinnten, die ständige Reflexion über erreichte und gesteckte Ziele und das Erkennen meiner eigenen Grenzen haben mir gute Dienste geleistet.
>>Das Training<<
Tag für Tag gibt es Dinge, die es sich lohnt bewusst zu machen und die es gilt zu üben. Kommunikation, Feinfühligkeit, aber auch Hartnäckigkeit in der Verfolgung gesteckter Ziele, konsequente Umsetzung der aus Therapien vermittelten Instrumentarien und Inhalte, sowie Zeit für Erholung und für die eigenen Bedürfnisse und der Umgang mit Tiefschlägen jeglicher Art. Mich beschleicht noch heute oftmals das Gefühl, dass ich manchmal nur ein „Schattenboxer“ bin, der sich immer mal wieder fragt: „Wofür mache ich das alles überhaupt? Könnte ich nicht ein leichteres Leben führen?“ Ab und zu gestehe ich mir ein gewisses „Schwächeln“ zu, genauso wie ich meiner Überlebenden „Formtiefs“ zugestehen muss, denn die psychische Konstellation ist keineswegs von Stabilität geprägt, sondern unterliegt immer ein wenig der Tagesform. Hoffnung geben mir persönlich immer die bisher gemeinsam erreichten Ziele, die zeigen, dass mit stetiger Übung und Anstrengung sehr wohl gewisse negative Mechanismen in einer solchen Verbündeten/Überlebenden-Beziehung abgeschwächt, wenn nicht sogar völlig ausgeschlossen werden können. Hier macht einfach die stetige Übung, ein gewisses Maß an Geduld und Konsequenz die Meister.
>>Die Tour (Die Beziehung)<<
Als ich mich dazu entschied trotz aller Widrigkeiten weiterhin an meiner Überlebenden und unserer Beziehung festzuhalten, entschied ich mich für ein Leben jenseits bisheriger Beziehungserfahrungen. Ich hatte keine Vorstellungen, was wirklich auf mich/uns zukam und ich hielt oftmals an alten Erinnerungen und Illusionen fest. Die Gegenwart aber lehrte mich viele neue Einsichten, Ansichten, Gefahren und Ängste, Hoffnungen und Erkenntnisse. Für mich ist diese Beziehung zu meiner größten Grenzerfahrung meines Lebens geworden. Vieles ist mir verloren gegangen, was mir am Anfang noch sehr wichtig war. Vieles ist neu hinzu gekommen, was früher keine Rolle spielte. Immer wieder steht die Beziehung auf dem Prüfstand und sucht Abgleich mit Ereichtem und Versäumten. Besonders nachhaltig ist die Erkenntnis für mich, dass eine solche Verbündeten/Überlebenden-Beziehung für mich viele Selbstverständlichkeiten in einem neuen Licht betrachten ließ und dass ich in vielen Punkten mit meiner Überlebenden zusammen gewachsen bin.
>>Das Zeitrennen<<
Die Zeiteinheit in der ich rechnen lernen musste hieß „Monate“ und „Jahre“. Monate voller Ungewissheit, wie es weiter gehen sollte, Monate voller geistiger und körperlicher Distanz zu meiner Überlebenden, Jahre bis sich überflüssig gewordene Schutzreaktionen und antrainierte Überlebensstrategien ihrerseits aufweichen und bewusst steuern ließen. Dabei herrschte immer ein gewisser Druck. Zum Einen der Leidensdruck mit den wochenlangen Näheverlusten klar zu kommen, der mir auch heute noch enorm zusetzt, zum Anderen der Erfolgsdruck, endlich die Früchte der gemeinsamen Beziehungsarbeit ernten und genießen zu können. Auch kann der allgemeine Zeitdruck eine Belastung darstellen, vor allem dann, wenn man sich bewusst macht, dass die biologische Uhr unerbittlich weiter tickt, jede Sekunde unseres Lebens unwiderruflich verstreicht und man die gelebte Zeit bestmöglichst verbringen möchte.
>>Die Bergetappen<<
Sowohl die Heilung der Überlebenden, sowie die Steigerung der allg. Lebens- und Beziehungsqualität bedeuten einen harten und kraftraubenden Weg zu beschreiten. Überlebende haben nicht selten mehrere seelische „Berge“ gleichzeitig zu überwinden (bzw. zu bearbeiten w.z.B. Missbrauchsereignis, Familiensituation, Folgeschäden des Missbrauchs und seine Auswirkungen). Verbündete stecken ebenfalls in diesen „Bergetappen“ drin, fangen auf, unterstützen, versuchen Kraft zu spenden und müssen gleichzeitig auch noch auf sich selbst achten. Harte Phasen und extrem beschwerliche Wege der Selbsterkenntnis werden oft durchlaufen, in denen psychischer Schmerz überwunden oder zumindest ausgehalten werden muss. Durchhaltevermögen ist gefragt. Immer mit Blick auf den zu erreichenden Gipfel, der neue und bessere Aussichten für die Zukunft und zurückeroberte Normalitäten eröffnet, sowie die Erkenntnis beherbergt, dass auch steinige Wege zum Ziel führen können und es durchaus möglich ist eines Tages „über den Dingen zu stehen“. Damit der Gipfel und damit das Ziel nicht im Nebel verschwindet und zur Orientierungslosigkeit oder gar zur Aufgabe führt, ist es wichtig sich immer wieder vor Augen zu halten, das oftmals auch der Weg allein das Ziel sein kann und das es auch leichtere Zeiten geben wird.
>>Die Talfahrt<<
Wie oft habe ich erleben müssen, dass nach Erreichen eines Zieles und der damit verknüpften Hoffnung, dass man es „jetzt endlich geschafft hat“, es eine rasante Talfahrt der Gefühle gab. Gerade zum Zeitpunkt, wo meine Überlebende und ich uns wieder annäherten, sie vielleicht ein wesentlichen Therapieerfolg feierte, es gerade so aussah, als würden wir ein „fast normales Leben“ führen und uns entspannen könnten, führte ein unvorhergesehenes Ereignis, ein Umstand oder sonst ein Auslöser zu Depressionen und Endzeitstimmung bei meiner Überlebenden. Was beim Radrennen vielleicht eine Zeit der Entspannung und der Kräfteschonung ist, bedeutet in Verbündeten/Überlebenden-Beziehungen genau das Gegenteil. Da hinkt die Analogie sicherlich, obwohl eine Annäherung darin besteht, dass bei diesen Talfahrten die Gefahr des (Ab-)Sturzes sehr hoch ist.
>>Die letzte Zieldurchfahrt<<
Ist das Ziel erreicht, so endet die Tour hier für den Radrennfahrer. Er steigt von seinem Rad, völlig fertig von den ganzen Strapazen und kann sich im besten Falle bei der Siegerehrung feiern lassen. Er fährt anschließend in seinen wohlverdienten Urlaub und erholt sich erst mal kräftig.
Für meine Überlebende und mich ist bei Zieldurchfahrt ein Stück Normalität erarbeitet worden. Doch endet die Tour an dieser Stelle nicht. Unser Rad dreht sich weiter, zum nächsten Ziel, über den nächsten Berg (der hoffentlich etwas weniger beschwerlich zu erklimmen ist), mit einigen Talfahrten (hoffentlich ohne Absturz) und mit mehr Kondition für weitere Etappenzeile. Meine Überlebende trägt dabei ständig ihr gelbes Trikot, blickt ab und zu hinter sich und vergewissert sich, dass das Verfolgerfeld der alten Mechanismen nicht zu nah kommt. Manchmal wird Kopf an Kopf gefahren, manchmal wird sie überholt. Aber sie ist stetig bemüht langfristig die Führung zurück zu holen und auszubauen. Das macht mich oft stolz auf sie. Auch wenn sie ab und an das Rad in die Ecke schmeißt, nach einem Taxi ruft, um möglichst bequem weiter zu kommen (was in der Form leider nicht klappt).
Ich weiß nicht, welche Ziele wir noch erreichen werden, wie viele Berge noch zu erklimmen sind und ob wir diese Tour eines Tages zu einem rundum glücklichen Event formen können. Manchmal sitze ich ebenfalls auf dem Rad, manchmal fahre ich den Servicewagen, manchmal ist mir ebenfalls danach zumute einfach ab- bzw. auszusteigen, mich ins Gras zu legen und abzuschalten. Vor allem dann, wenn sich die Etappenziele verschieben, das Training häufiger ausfällt, notwendige Bergfahrten großräumig umfahren werden und Talfahrten drohen zum Alltag zu werden.
Und wieder ist Durchhaltevermögen gefragt.
(AW)
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"Verbündeter" sein - wie ist das für mich ?
Meistens bin ich davon überzeugt, dass meine Beziehung zu einem "Opfer von sexuellem Missbrauch" das Beste ist, was mir im Leben begegnen konnte. Es kommt aber auch vor, dass ich innerlich jammere über die "Ungerechtigkeit" des Schicksaals mir gegenüber und den Entzug von Dingen, die mir "zustehen", wie z.B. eine "gesunde", "normale" Sexualität, normale Sozialbeziehungen, ... Aber was ist das eigentlich, "normal" ? Vielleicht ist es ja normal und gesund, im Rahmen der Umstände mal 2 Jahre lang keinen Sex zu haben ? Wenn der Partner schwere depressive Zustände hat, keinen Lebenswillen, dissoziativ oder zum Beispiel schwer körperlich krank ist, ist Sex doch möglicherweise fehl am Platze ? - Klingt trotzdem nicht sehr aufbauend und ist es auch nicht, wenn die Hormone und die Fantasie am Wirken sind und ich mich wirklich unglücklich fühle, weil etwas, das ich als sehr positiv erlebe und mit ganz persönlicher Kommunikation auf tiefster Ebene verbinde, einfach fehlt. Es kommt vor, dass ich dann andere Auswege suche ("Fantasiefrauen") und meine Sexualität mit mir alleine auslebe (Es geht Euch gar nichts an, wie oft das vorkommt...).
Manchmal habe ich das Verlangen, eine "Betriebsanleitung für die Reparatur meiner Partnerin" zu finden und mit einem Schraubenzieher die "losen Schrauben" wieder in Ordnung zu bringen. Der Anspruch ist schon da, dass "sie" doch endlich richtig funktionieren soll, dass die gestern geplanten Sachen auch heute noch aktuell sind, ich nicht mit überschiessenden Reaktionen auf nichtige Dinge rechnen muss, für mich wichtige Teile des Lebens nicht fehlen sollten und nicht streckenweise meine gesamte Energie in "Erste Hilfe" bei Depression, Suizidgedanken, Selbstverletzung oder fehlendes Selbstwertgefühl geht. Auch, dass ich nicht immer wieder in Situationen von kompletter Hilflosigkeit gerate (vor allem gegenüber ihrem Leiden und dem, was ich als Aggression empfinde). Zum Glück gehören viele dieser Sachen scheinbar der Vergangenheit an, aber das Gefühl der Hilflosigkeit stellt sich schon noch manchmal ein.
Meine eigene Persönlichkeitsstörung, die der meiner Partnerin wahrscheinlich nicht in Vielem nachsteht (auch wenn ich das gerne so sehen würde), hilft mir, Dinge in einem Licht zu sehen, wo ich nicht die Verantwortung trage für das, "was mir passiert".
Es ist aber letzten Endes doch so, dass ich die Verantwortung dafür habe, wie ich auf das reagiere, was mir im Leben begegnet. Ich habe sogar die Verantwortung dafür, wie ich mit mir selbst umgehe (auch wenn ich sie gerne anderen zuschieben würde). Es ist wichtig, trotz längerer Zeiten der Ausblendung meiner Gefühle, Reaktionen und Bedürfnisse wegen psychischer Überlastung, diese immer wieder wahrzunehmen und als die meinen zu akzeptieren. Ich spüre mein Bedürfnis, mir Zeit zu geben und mich zu pflegen, was aber eher sporadisch und begrenzt "passiert". Da habe ich noch viel zu lernen und vor Allem umzusetzen.
Ich komme immer wieder an den Punkt, an dem ich mich frage, ob ich irgend ein "Recht" habe, Sexualität oder andere "positive" Sachen zu bekommen. Dann müsste ja jemand anders die "Pflicht" haben, mir das zu verschaffen.
Vielleicht hilft mir die Vorstellung von einem "Schicksaal", auf das ich böse sein kann, leichter zu ertragen, dass ich vieles nicht bekomme. Es hilft aber bestimmt nicht dabei, mich und meine Reaktionen zu hinterfragen.
Beispiel: Ich habe "Lust", bekomme aber keinen Sex. Häufige Reaktion: Ich werde erst mal fürchterlich unglücklich, weil ich nicht die Möglichkeit habe, "diese an sich sehr schöne und tiefe Kommunikation, die ein wichtiger Teil von mir ist", zu leben (ich merke beim Schreiben, dass ich meine "romantischen" Vorstellungen von Liebe und Sexualität ganz schön verurteile, vielleicht aus Abwehr der Enttäuschung darüber, dass mein Leben anders aussieht). Es geht mir schlecht, bis der Gedanke sich breit macht, dass meine "Bedürfnisse" nicht erfüllt werden (Ungerechtigkeit) und die Wut auf mein Schicksaal mich vom Leiden ablenkt.
Wenn ich oberflächlich über meine Reaktionen nachdenke, finde ich schnell, dass ich mich wohl nicht so anzustellen brauche, weil ich nicht das "Recht" habe, meine "Bedürfnisse" an irgend jemandem auszuleben, besonders nicht, an jemandem, dem es beschissen geht und der ganz bestimmt nicht in der Stimmung für Sexualität ist.
Das ist zwar richtig, aber auch bei diesen Gedanken nehme ich mich selbst nicht genug wahr und ernst.
Es dauert im Allgemeinen ziemlich lange und braucht oft starke Reize, bis ich merke, dass mein eigentliches Bedürfnis ist, mich um mich selbst zu kümmern, mir Zeit für mich zu nehmen, liebevoll mit mir umzugehen und mein Leben und meine Reaktionen darauf zu akzeptieren. In solchen Momenten hilft es mir persönlich sehr, wenn ich mich mit dem Buch "Verbündete" in ein Cafe setze und lese. Da kann ich sehen und akzeptieren, dass meine Partnerin einfach eine sch.... Vergangenheit hatte, wir beide zuweilen eine schwierige Gegenwart haben und es mir manchmal einfach beschissen geht. Da darf dann auch mal die eine oder andere Träne fließen. Das ist für mich eine positive Art von Selbstmitleid, die mir dabei hilft, mich mit meinen auch mal negativen Gefühlen zu akzeptieren.
Es erscheint mir in meiner Beziehung zuweilen als förderlich, dass ich ein "Helfertyp" bin und meine eigenen Grenzen manchmal nicht so wichtig nehme. Wahrscheinlich glaube ich, dass meine Partnerin auf einer bestimmten Ebene "hilflos" ist und bedingungslose Rücksicht braucht (was wohl eher für mein Ego "wichtig" ist). Sie ist schwer traumatisiert, hat dadurch eine komplexe Persönlichkeitsstörung und dissoziiert manchmal unter Belastungssituationen (wirkt und äußert sich z.B. wie ein kleines Kind oder findet sich nicht mehr zurecht). Dann kann ich mich auf den Kopf stellen; es verbessert nicht ihre Belastungsfähigkeit und an den Stellen geht einfach gar nichts mehr. Wenn ich noch so schlecht damit zurecht komme, es hilft nur noch, selbst zurücktreten mit meinen Interessen. Das birgt natürlich die Gefahr von Selbstvernachlässigung, ist aber meine Seite der Medaille. Meine Verantwortung. Auch wenn ich mir jemanden wünsche, der mich an der Hand nimmt und da raus führt. Ich muss diesen Weg selbst gehen, mich um mich selbst kümmern, wenn die Situation es erlaubt.
Mein Leben ist ein Lernprozess. Es geht nur so weit voran, wie ich es zulasse. Das, was mir weh tut, ist vor allem mein Widerstand gegen meine Lebenserfahrung. Ich könnte auch entscheiden, da auszusteigen, weil es mir wirklich manchmal zu anstrengend ist. Aber da ist irgendwo die Überzeugung, dass ich nichts bekomme, was angenehmer ist und mir in meiner Entwicklung weiter hilft. Ich denke, dass ich schon viel Unangenehmes hinter mir habe und viel Positives vor mir liegt und ich weiß nicht, ob das Leben in anderen, nicht "traumatisierten" Beziehungen besser ist. Mein Leben ist im letzten Jahr leichter geworden. Und ich habe wiederholt die Entscheidung getroffen, mein Teil dazu beizutragen, dass die Beziehung funktioniert und Heilung statt findet (ganz wichtig). Ich habe um Hilfe gebeten, um mit meiner Partnerin den Weg durch dieses Leben zu gehen und gemeinsam zu lernen und ich habe in dieser Beziehung gelernt, dass Vieles nicht wichtig ist, was mir vor 25 Jahren als lebensnotwendig erschien. Vielleicht ist das Loslassen das Wichtigste daran.
Meine Beziehung ist ein Segen für mich, seit 25 Jahren. Auch wenn ich es manchmal nicht so recht glauben kann.
(NM-O)
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